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Kategorie: Kategorie A2 Blitzer - Bielefelder Berg
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Veröffentlicht: Freitag, 11. Dezember 2009 17:27
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Seit zwei Jahren sorgt die Blitzanlage an der A2 für Arbeitsplätze, Einnahmen und Medieninteresse
Bielefeld. Wenn das Licht aufblitzt, ist es auch auf der A2 am Bielefelder Berg zu spät. Hier steht seit annähernd zwei Jahren der Blitzer, der bei den Betroffenen für Ärger und Wut, bei der Stadt Bielefeld aber auch für ungeahnte Einnahmen und bundesweites Interesse sorgt.
Die Mitarbeiter der Stadt Bielefeld bekommen die schnellen Autofahrer als erste zu Gesicht. Sie sitzen im ersten Stock eines Bürohauses an der Paulusstraße und bearbeiten die Aufnahmen aus dem Blitzer von der A2. Zweimal in der Woche fährt ein Mitarbeiter der Stadt Bielefeld zum Bielefelder Berg, um die neuen Aufnahmen auf ein Laptop zu übertragen.
Dieser Kollege wird oft vor Gericht als Zeuge gehört und zieht damit den kollektiven Unmut der betroffenen Autofahrer auf sich. Deshalb will er sein Privatleben schützen. Mittlerweile gibt es Tage, die er von morgens bis nachmittags im Amtsgericht Bielefeld verbringt, alles nur wegen dem Blitzer auf der A 2.
Mit einem Laptop sucht dieser Mitarbeiter zweimal in der Woche den Blitzer an der A2 auf, um die Daten herunterzuladen und die Anlage zu kontrollieren. Zurück im Büro werden alle Bilder von ihm im Archiv gespeichert, immerhin handelt es sich um Beweismaterial. Dannach kümmern sich die übrigen Mitarbeiter der Stadt Bielefeld in der Paulusstraße um eine erste Einschätzung und Bearbeitung einer jeden Aufnahme. Es sind zunächst erste Fragen abzuklären, wie Erkennbarkeit des Kennzeichens und Fotoqualität des Fahrers oder der Fahrerin. Auch darf nur ein Auto abgebildet sein und dieses muss deutlich einer Fahrspur zugeordnet werden. Wenn alle Gesichtspunkte diesen ersten Vorgaben entsprechen, entstehen die Bilder, die vermutlich jeder schon einmal erhalten hat, diese leicht unscharfen Bilder in Schwarz-Weiß auf dem Anhörungsbogen. Der Fahrer oder die Fahrerin ist abgebildet, ein weiteres Bild zeigt das Kennzeichen des Autos.
Etwa 3.500 bis 4.500 Aufnahmen befinden sich jedes Mal auf dem Laptop. Diese Zahl macht deutlich, was sich in den ersten Wochen in der neuen Abteilung des Ordnungsamts abgespielt haben muss. Bereits nach drei Tagen hatte die Stadt Bielefeld allein auf Grund der Geschwindigkeitsüberschreitungen am Bielefelder Berg 5.500 neue Fälle zu bearbeiten. Die Stadt Bielefeld hatte ursprünglich lediglich 3 zusätzliche Mitarbeiter im (bestehende Bürogebäude) Ravensberger Park eingeplant. Nach zwei Monaten hatte die Stadt Bielefeld 27 Mitarbeiter eingestellt und neue Büroräume in der Paulusstraße angemietet. Dieses hat zwar zusätzliche Kosten für Personal, Miete und Material in Höhe von 2-3 Millionen Euro verursacht. Der Stadt Bielefeld verbleiben aber trotzdem rund 7 bis 8 Millionen Euro. Mit diesem Geld ist beispielsweise der städtische Anteil der Projekte bezahlt worden, die Geld aus dem Konjunkturpaket II bekommen haben.
Die Stadt Bielefeld könnte sogar doppelt so viel Geld einnehmen, wenn alle Fristen eingehalten werden könnten und wenn keine Verfahren an die Staatsanwaltschaft abgegeben werden müssten. Behauptet der Betroffene z.B., er sei nicht der Fahrer gewesen und legt Einspruch ein, muss eine Hauptverhandlung vor dem Amtsgericht Bielefeld durchgeführt werden. Bußgeld aus solchen Verfahren gehen an das Land Nordrhein-Westfalen.
Ein weiteres Problem sind die Fahrer aus anderen insbesondere osteuropäischen Staaten. Diese Fahrer ordnungsbehördlich zu verfolgen, ist auf Grund längerer Postlaufzeiten nahezu unmöglich. Dieser "Vorteil" wird aber in absehbarer Zukunft abgeschafft werden, da auf europäischer Ebene eine Vereinheitlichung der Ahndung und Vollstreckung von Bußgeldverfahren grenzüberschreitend geplant ist.
Quelle: Neue Westfälische