Bielefeld: Blitzen am Berg
Auf der A 2 geht eine stationäre Radaranlage in Betrieb
Von Frank Bell
Bielefeld-Lämershagen. Am Donnerstag** schalten Techniker die neue Geschwindigkeitsüberwachung auf der Autobahn 2 am Bielefelder Berg ein. Wer dann schneller als die vorgeschriebenen maximal 100 Stundenkilometer fährt, wird geblitzt. Polizei und städtische Straßenverkehrsbehörde erwarten von der Anlage, dass sie die Kraftfahrer zu angemessenem Tempo zwingt.
"Das ist hier eine der gefährlichsten Stellen auf der Autobahn 2 überhaupt", sagt Andreas Krummrey, Chef der Verkehrsdirektion der Polizei mit Blick auf die Talbrücke Lämershagen: Gefällstrecke mit schlecht einsehbarer Kurve, Fahrbahnverschwenkung und Anschlussstelle Bielefeld-Zentrum. "Dass hier lediglich eine Gefahrenstelle besteht und noch kein Unfallschwerpunkt, liegt an unseren regelmäßigen Radarkontrollen", sagt Krummrey.
Wegen der außerordentlich hohen Verkehrsdichte (laut Krummrey passieren je Richtung durchschnittlich 100.000 Fahrzeuge täglich die A 2, davon ein Drittel Schwerlaster), des großen Lärms und der hohen Schadstoffwerte dürften die Überwachungsbeamten jedoch dort keinen Dienst mehr tun: "Die Fahrspuren zur Mittelinsel zu überqueren, ist bei der Verkehrsdichte zu gefährlich, die Emissionen sind gesundheitsschädlich."
Warnschildern weisen auf die Radaranlage hin
Krummrey dankte der Stadt Bielefeld für ihre Bereitschaft, eine stationäre Tempo-Überwachung in beiden Richtungen aufzubauen. "Mit Warnschildern weisen wir vorab auf die Radaranlage hin." Krummrey rechnet damit, dass der Verkehr auch nach der Anlage eine längere Strecke langsamer fließt.
Er berichtet, dass im vergangenen Jahr auf der Strecke Bielefeld bis Landesgrenze Niedersachsen 641 Unfälle verzeichnet wurden, 61 davon mit Schwerverletzten und vier mit Toten.
Christiane Krumbholz, Leiterin der städtischen Verkehrsbehörde untermauert den Sinn der Überwachung mit weiteren Zahlen: "Wir haben verdeckte Messungen gemacht und dabei festgestellt, dass durchschnittlich 67 Prozent der Fahrzeuge schneller als die erlaubten 100 Kilometer fahren. Auf der linken Überholspur waren sogar 92 Prozent zu schnell."
Ende Juli habe die Bezirksregierung der Projekt an der A 2 genehmigt. "Wir haben es dann mit den Beteiligten geschafft, Ausschreibung und Aufbau der Anlage in nur vier Monaten umzusetzen", sagte Krumbholz. Technik und Installation kosten rund 170.000 Euro. Die Einnahmen gehen an die Stadt Bielefeld. Die sechs Digital-Fotoapparate (in beiden Richtungen drei) können jeweils 16.000 "Blitzer" speichern. Die Aufnahmen können über Fernabfrage abgerufen werden.
Quelle: Neue Westfälische, Autor Frank Bell
**: 18.12.2008, Anmerkung des Seitenbetreibers